Im Jahr 2017 feierte die kleinste Abteilung unserer Borussia ihr 70-jähriges Jubiläum. Grund genug, einmal zurück zu blicken auf 70 Jahre Tischtennis beim BVB. Sportlich gesehen stand und steht die Abteilung selbstverständlich immer im Schatten der Profifußballer. Verstecken brauchen sich die Tischtennisspieler aber keineswegs.

 

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Neben großen sportlichen Erfolgen kann man auf eine Vereinsgeschichte zurück blicken, über die aktive Mitglieder mit Recht sagen können: "Ich bin stolz darauf, Borusse zu sein!"
Es ist bekanntlich nicht immer nur der Erfolg, der zählt. Für viele ist gerade die Sportart Tischtennis eine gelungene Abwechslung zum Arbeitsalltag. Ein Hobby halt. Die Gemeinschaftlichkeit und Geselligkeit wurde, und wird selbstverständlich immer noch, in der Tischtennisabteilung ganz groß geschrieben. Durch das gemeinsame Sport treiben und anschließende beisammen sein (natürlich darf ein kühles Bierchen dabei nicht fehlen) sind schon zahlreiche dicke Freundschaften entstanden. Jeder, der in dieser Abteilung spielt oder gespielt hat, ist ein Teil der "Tischtennisfamilie" - ein Familienmitglied von Borussia Dortmund.

Zurück aber zum Jahre 1947. Gegründet wurde die Abteilung durch eine "Fusion" von Spielern des BVB 09, Nordost Dortmund und FS 98 Dortmund. Der erste Abteilungsleiter war Hans Flügel. Gespielt wurde in der Nachkriegszeit im Saal einer Gastwirtschaft mit kaputten Scheiben, Bälle wurden geflickt, und was man auf den Schläger klebte, war völlig egal.

1954 ging die Abteilungsleitung vorübergehend über auf Heinz Dünsche. Direkt im Anschluss leitete Günter Seckler die Abteilung bis 1961. Von da an war es Karl-Heinz Büttig, dessen Einsatz und Verdienste um die Tischtennisabteilung unvergleichlich sind, der bis zu seinem viel zu frühen Tod im Jahre 1996 die Abteilung leitete. Der damalige zweite Vorsitzende Bernd Möllmann wurde zum ersten Vorsitzenden gewählt und leitet die Abteilung bis heute.

Von der Kreisliga bis zur Bundesliga
Sportlich kann die Abteilung große Erfolge verzeichnen. Bemerkenswert dabei ist, dass es, bis auf kleine Ausnahmen, immer weiter nach vorne geht. Rückschläge gab es nur selten. 1949 startete der BVB mit zwei Herren-, einer Damen- und drei Jugendmannschaften. Karl-Heinz Büttig tauchte schon zu dieser Zeit in einer Jugendmannschaft auf. 1960 stieg die erste Herrenmannschaft in die Landesliga auf.

Im Jahr darauf tauchte eine weitere Legende beim BVB auf. Wilfried Micke kam aus der Jugend als damals 16-jähriger zusammen mit Alfred Bürhaus in die erste Mannschaft. Micke gilt als einer der erfolgreichsten Spieler des BVB. Aus sportlichen Gründen wechselte er nach drei Aufstiegen in Folge (bis zur damals höchsten Spielklasse, der Oberliga) nach Düsseldorf und wurde dort mehrmals Deutscher Meister. Micke blieb dem BVB als Mitglied aber immer treu und wurde auf einer der letzten Jahreshauptversammlungen von Präsident Dr. Reinhard Rauball für 60 Jahre Vereinszugehörigkeit geehrt.

Nach der Einführung der Bundesliga im Jahre 1966 gelang es dem BVB, das Niveau Oberliga über Jahre zu halten. Bis 1989 sorgten zahlreiche "Legenden" für eine erfolgreiche Zeit beim BVB. Hier einige Namen, die diese Ära von 1966 bis teilweise auch heute noch prägten: die schon erwähnten Büttig, Micke, Möllmann und Bürhaus, hinzu kommen Spieler wie Friedrich Niewind, Helmut Dost, Werner Roski, Joachim Jäkel, Uwe Witte, Andreas Backhaus, Udo Lautenschläger, Uwe Dahlmann, Peter Felgenhauer, Andreas Kober, Helmut Sonntag... Und alle, die in irgendeiner Weise an den erfolgreichen Jahren beteiligt waren.

Im Jahre 1989 gelang dann der Aufstieg in die Regionalliga. In den ersten Jahren kämpfte man meist gegen den Abstieg. 1993 sorgte Karl-Heinz Büttig dann aber mit der Verpflichtung des damals 23- jährigen Chinesen Qi Wencheng für den Durchbruch. Mit Wencheng ging es nur ein Jahr später in die zweite Bundesliga. Dort spielen sie auch heute noch. Qi Wencheng, mittlerweile 48 Jahre alt, ist immer noch das Aushängeschild des Teams.

Fünf weitere Teams sind derzeit am Start
Karl-Heinz Büttig war mit Sicherheit die prägende Figur der Tischtennisabteilung. Er hat Tischtennis in Dortmund zu einer Topadresse gemacht. Sein Nachfolger, Bernd Möllmann, hatte es zunächst nicht leicht in diesen großen Fußstapfen zu treten. Nach über zehn Jahren kann man aber sagen, dass es ihm geglückt ist. Im Jahre 2002 feierte man mit dem Gewinn der Meisterschaft in der zweiten Bundesliga den bisher größten Erfolg der Vereinsgeschichte. Aus logistischen Gründen musste man aber auf den Aufstieg in die Bundesliga verzichten.

 

Es vergingen viele Jahre in der 2.Bundesliga Nord, wo man stets erfolgreich mitspielte. In der Saison 2009/2010 gelang die letzte Meisterschaft rund um die Spitzenspieler Wencheng Qi und Evgenij Fadeev. Auch hier konnte der Aufstieg nicht realisiert werden, dieses mal aber auf Grund mangelnder finanzieller Ressourcen, die sogar zeitweilig den Verbleib in der 2. Bundesliga bedrohten. Der nun eingeläutete Sparkurs mit einer Kurskorrektur zahlte sich jedoch aus und die Tischtennis Abteilung konnte über Jahre hinaus die Klasse bis zum heutigen Tage halten. In dieser Saison 2017/2018 konnte das Team um Bence Majoros und Adam Szudi einen hervorragenden 3. Platz vorweisen. 

Neben der Zweitligamannschaft gingen in dieser Saison noch fünf weitere Herrenmannschaften an den Start (Oberliga, Landesliga, Bezirksklasse,. 1. Kreisklasse und  3. Kreisklasse). Der 3. Kreisklassen Mannschaft gelang der direkte Auftstieg. Die 4. Herren und 5. Herren Mannschaft spielen aktuell eine Relegationsrunde um den Aufstieg

Gleich 5xi Mal pro Woche stehen den jungen Nachwuchsspielern acht Tische zum Training zur Verfügung. Die Halle ist fast immer voll. Für talentierte Nachwuchsspieler stehen dem Jugendwart mit Qi Wencheng und Evgeny Fadeev (beide aus dem Zweitligateam) für professionelles Training zur Verfügung. Aber auch für diejenigen, die einfach nur Tischtennis spielen möchten ist Platz beim BVB. Einfach im Internet unter bvb.tischtennis.de gucken, wann und wie Gelegenheit ist. Die Brügmann Halle steht der Tischtennis Abteilung an 5 Tagen pro Woche zur Verfügung.