Ob Tischtennis-Zweitligist Borussia Dortmund in diesem Jahr noch einmal an die Platten geht, steht in den Sternen. Abteilungsleiter Bernd Möllmann glaubt jedenfalls nicht daran. Das für Sonntag angesetzte Westderby gegen den 1.FC Köln wurde vom BVB agbesagt. "Der Deutsche Tischtennis-Bund DTTB hat die Verantwortung, ob das Spiel stattfindet oder nicht, auf die jeweiligen Vereine abgeschoben. Jeder, der spielen will, darf auch auch spielen", erklärt Möllmann. Am Ender der Serie könnte ein ziemliches Chaos drohen. Wir sprachen mit Bernd Möllmann darüber, wie sich die Saison 2020/21 entwickeln könnte.

Herr Möllmann, können Sie uns kurz erklären, wie sich die Situation im Tischtennis darstellt?

Die 1. Bundesliga ist durch die Tischtennis Bundesliga TTBL vertreten, der Deutsche Tischtennis-Bund DTTB ist für die 2. Liga abwärts bis zur Oberliga zuständig. Darunter sind die jeweiligen Landesverbände verantwortlich, für die Vereine in Dortmund, also der Westdeutsche Tischtennis-Verband WTTV. Wir sind quasi eine Drei-Klassen-Gesellschaft. Leider hat sich der DTTB nicht dazu durchgerungen, eine einheitliche Regelung zu erarbeiten. Wer spielen will, der kann spielen. Bislang gibt es 2 Modelle. Entweder es werden alle Spiele, die ausfallen oder ausgefallen sind, nachgeholt, oder aber es wird nur ein Spiel gespielt, entweder das der Hinserie oder das der Rückrunde.

Was gilt für Dortmund?

Wir haben das für Sonntag angesetzte Spiel gegen Köln ganz offiziell abgesagt. Ganz unabhängig davon, ob die Stadt Dortmund die Hallen schließt oder nicht. Wir haben abgestimmt im Vorstand und bei den Spielern. Als Vorstand sind wir verantwortlich, nicht nur für unsere Spieler, auch für unsere Betreuer und Helfer, die ja oft als Risikopatienten gelten.

Ist das die einzige Motivation?

Nein. Da die Corona-Zahlen offensichtlich weiter steigen, wollen wir unseren Beitrag dazu leisten, dass es nicht noch schlimmer wird. Wir sind da ganz stringent. Deshalb haben wir auch die Partie der Regionalliga-Mannschaft in Stadtallendorf abgesagt. Gleichzeitig hat Stadtallendorf aber auch eine Absage geschickt.

Sind die Punkte damit weg. Oder wie wird das Spiel gewertet?

Ganz einfach als ausgefallenes Spiel. Der DTTB hat uns ja freigestellt, dass wir als Mannschaft aus einem Risikogebiet absagen dürfen. Solange die Inzidenz-Zahlen nicht unter 50 fallen, kann jedes Spiel abgesagt werden.

Sehen Sie darin auch Nachteile? Gegen Köln verzichten Sie ja schließlich auf das Heimrecht.

Das sehe ich nicht als Problem. Wir haben im Tischtennis schließlich nicht so viele Zuschauer. Vorteile hat vielleicht eine Mannschaft, die jetzt einen verletzten Spieler in ihren Reihen hat, aber 2020 nicht spielen muss.

Wie überstehen Sie eigentlich finanziell diese Situation?

Die Zuschauereinnahmen spielen bei uns keine so große Rolle. Die Spieler selbst sind Angestellte des BVB, trainieren in dieser Zeit und stehen uns auch zur Verfügung. Es kann schließlich jederzeit wieder gespielt werden.

Sind alle Spieler vor Ort?

Unsere drei deutschen Spieler Erik Bottroff, Dennis Klein und Kirill Fadeev ja. Unsere Nummer drei, der Ungar Krisztian Nagy, ist zurück in seine Heimat geflogen. Sollte er wegen Quarantäne Bestimmungen nicht schnell genug nach Dortmund kommen können, dann können wir auf Wencheng Qi oder Evgeny Fadeev zurückgreifen.

Letzte Frage. Glauben Sie persönlich, dass die Zweitliga Mannschaft in diesem Jahr noch einmal spielen wird?

Leider nein. Ich gehe davon aus, dass die Hallen in Dortmund geschlossen werden. In 4 oder 5 Wochen können wir vielleicht über eine Fortsetzung nachdenken.