Jubel bei den Tischtennis-Spielern des BVB. Zum Saisonauftakt feierten die Dortmunder einen großartigen 6-4 Erfolg gegen den hohen Favoriten und Meisterschaftsaspiranten TTC GW Bad Hamm. "Das war ein toller Erfolg für die gesamte Mannschaft. Wie die Jungs das umgesetzt haben, war einfach stark", freute sich Abteilungsleiter Bernd Möllmann über den unerwarteten Sieg in der komplett neu renovierten Brügmann-Halle.

Das die Gäste aus Bad Hamm klar favorisiert waren, war ein Fakt und nicht dem üblichen Understatement des scheinbaren Außenseiters geschuldet. Hamm hatte erst vor einer Woche in der Pokal-Qualifikationsrunde klar gegen den BVB gewonnen, gilt neben dem 1.FC Köln als erklärter und aussichtsreichster Titelaspirant und hatte sich im Vorfeld mit dem Abwehrspezialisten Florian Blum und dem Japaner Jo Yokotani spektakulär verstärkt.

Vier Stunden lang gespielt

Vier Stunden lang ging es in der Brügman-Halle hin und her - vor der für Tischtennis-Verhältnisse guten Kulisse von 80 Zuschauern. Erhard Engelmann, seit 62 Jahren Mitglied des BVB, war eigens aus Bad Berleburg angereist, um das Spiel mitzuverfolgen.

Es sollte die Anreise aus dem Wittgensteiner Land nicht bereuen. Schon nach den Doppeln war klar, dass sich der BVB nicht kampflos geschlagen geben würde. Zwar verloren erwartungsgemäß Erik Bottroff/Krisztian Nagy gegen Gerrit Engemann/Jo Yokotani mit 1:3, doch das zweite Doppel mit Dennis Klein/Kirill Fadeev sollte dann schon für positive Aufregung sorgen. Die Hammer Laurens Devos/Pekka Pelz verloren alle drei Sätze. Der BVB hatte gleich gezogen. "Hier konnte man schon sehen, dass Kirill Fadeev sich in der Corona-Zeit gut entwickelt hat. Er hat sehr spektakulär gespielt", zeigte sich Möllmann vom Auftriff des 21 Jahre alten U21-Nationalspielers angetan.

Spektakulär ging´s weiter. Nach einem 3:2 von Klein gegen Engemann und einem 3:0 von Bottroff gegen Blum (Möllmann: "das war eine taktische Meisterleistung gegen den Abwehrspezialisten Blum") folgte ein unglückliches 2:3 von Nagy gegen den Japaner Yokotani. Zwischenstand 3:2 für den BVB.

Kirill Fadeev (20) ganz stark (oben auf den Einzelbildern zu sehen, auch zusammen mit seinem kleinen Bruder Yannick (7), der am Wochenende ebenfalls eine Bilanz von 2-0 für die U15 des BVB erspielte)

Dann folgte der große Auftritt von Kirill Fadeev gegen den Belgier Devos, immerhin aktueller Paralympics-Sieger von Tokio und im Punkteranking weit weit vor Fadeev platziert. Der Dortmunder setzte sich mit 10-12, 12-10, 12-10 und 11-7 in vier Sätzen durch. Die Überraschung des Tages war perfekt. Als Dennis Klein schlieslich auch noch Florian Blum mit 3:1 schlug, stand es 5:2 für den BVB. "Wir haben uns zu diesem Zeitpunkt schon richtig gefreut, das Remis hatten wir schon sicher", beschrieb Möllmann die Situation.

Denn eng sollte es in der Tat noch einmal werden. Nach zwei Niederlagen von Erik Bottroff (2:3 gegen Engemann) und Krisztian Nagy (0:3 gegen Devos) waren die Gäste wieder bis auf 4:5 herangekommen. Die Halle schaute nun auf Kirill Fadeev der Jo Yokotani mit 12-10, 11-8, 11-13, 10-12 und 11-7 niederkämpfte.

Möllman: "Das war der Sieg der Mannschaft, wir haben uns drei Tage früher getroffen als normal. Dennis Klein ist früher aus Saarbrücken angereist, Krisztian Nagy aus Ungarn. So konnten wir noch mehrmals zusammen trainieren. Es hat sich gelohnt."