Neben großen sportlichen Erfolgen kann man auf eine Vereinsgeschichte zurück blicken, über die aktive Mitglieder mit Recht sagen können: "Ich bin stolz darauf, Borusse zu sein!"

 

 

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Schon Ende 1945 kamen einige Borussen auf die Idee, dem Sportangebot des BVB eine weitere Facette hinzuzufügen: Tischtennis. Das Spiel gewann unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg in Deutschland zahlreiche neue Freunde und wurde sehr populär. In der Nazizeit fristete Tischtennis nur ein Mauerblümchendasein, da es nicht als Wehrsport taugte und deshalb keinerlei kriegspolitische Bedeutung hatte.

 

Die BVB-Tischtennisabteilung ist 2017 runde 70 Jahre alt geworden. Hans Flügel, ein Namensvetter des legendären Flügelflitzers unserer Fussball Mannschaft der frühen 1950er Jahre, hob die Abteilung 1947 mit dem langjährigen BVB-Vorstandsmitglied Günter Seckler aus der Taufe und wurde ihr erster Leiter. Der Spielerpass von Hans Flügel aus der Gründungszeit „seiner“ Abteilung ist somit eines der ältesten Dokumente unserer Tischtennis Abteilung.

 

Die Borussen rund um die Herren Seckler, Kassierer Köhler und Abteilungsleiter Flügel hatten soviel Spaß an ihrer Leidenschaft, dass es nur folgerichtig war, im Frühjahr 1947 offiziell die neue BVB Tischtennis Abteilung zu gründen und diese ab Mitte des Jahres auch in Wettkämpfen zu erproben. Immerhin konnte man „aus dem Stand“ 2 Herren-, 2 Jugend- und eine Damenmannschaft aufbieten. Aber auch die Geselligkeit kam nicht zu kurz. In der Tischtennis Vereinskneipe „Wambeler Hof“ am „kleinen Borsigplatz“ (Wambeler Str./Ecke Flurstraße) ging es ausgesprochen gesellig zu. So verwundert es nicht, dass Günter Seckler seine spätere Ehefrau ebenso aus der Tischtennis Abteilung „akquirierte“ wie Kollege Köhler. Kameradschaft wurde eben damals sehr gepflegt, und die gemütlichen Gesellschaftsabende boten langen Gesprächsstoff.

 

Trainiert wurde in den Hoesch-Hallen und in den Räumen des Pius-Hauses der Dreifaltigkeitskirche, gespielt im Vereinshaus der Antonius-Gemeinde in der Holsteiner Straße. Eine enorme Verstärkung vermeldetet die neue Abteilung, als 1950 der erst 18 Jahre junge bayerische Jugendmeister Hans Mathiak, ein Oberligaspieler, nach Dortmund umsiedelte. Mathiak wurde sofort Kreismeister im Einzel und mit Partner Dunsche auch im Doppel.

 

Das nach dem 2.Weltkrieg geächtete Deutschland durfte 1952 erstmals wieder an Olympischen Spielen teilnehmen. Auch der BVB-Vorstand gab die generelle Parole aus, durch internationale Vergleiche und Kontakte den Sport für einen Brückenschlag zwischen den Ländern zu nutzen. Und dies insbesondere mit Staaten, die zu den Kriegsgegnern gehörten. Den Anfang machten zwei Matches gegen eine britische Armeemannschaft. „Im ersten Spiel siegten wir bei den Engländern mit 12:4. Eine herrliche Aufnahme wurde uns bereitet mit anschließendem Abendbrot und Tee. Das Rückspiel auf unserer Platte wurde von uns ebenfalls und zwar mit 15:1 gewonnen. Wir versuchten den Briten den Aufenthalt so angenehm, wie möglich zu machen, was uns auch voll gelungen ist“, heisst es in einem Bericht vom März 1952.

 

Die Akteure Reimann, Wiechert, Röntgen, Waltemathe und Steinmann waren aber nicht nur in diesen Vergleichen, sondern auch in den Wettkampfspielen gegen regionale Gegner wie FS 98, TTC Hohensyburg und TTC Aplerbeck wichtige Stützen des BVB.

 

Als Abteilungsleiter Tischtennis fungierten ab 1954 Heinz Dänsche, kurze Zeit später Günter Seckler, der das Amt bis 1961 inne hatte. In diesen Jahren stieß Karl-Heinz Büttig zum BVB, der bis zu seinem Tod im Jahr 1996 praktisch „Mr. Tischtennis“ beim BVB war und blieb. 1984 sorgte er als BVB-Notvorstand mit dafür, dass der gesamte Verein in einer seiner größten Finanzkrisen handlungsfähig blieb. Ein Borusse also mit Leib und Seele.

Der damalige zweite Vorsitzende Bernd Möllmann wurde zum ersten Vorsitzenden gewählt und leitet die Abteilung bis heute.

Von der Kreisliga bis zur Bundesliga
Sportlich kann die Abteilung große Erfolge verzeichnen. Bemerkenswert dabei ist, dass es, bis auf kleine Ausnahmen, immer weiter nach vorne geht. Rückschläge gab es nur selten. 1949 startete der BVB mit zwei Herren-, einer Damen- und drei Jugendmannschaften. Karl-Heinz Büttig tauchte schon zu dieser Zeit in einer Jugendmannschaft auf. 1960 stieg die erste Herrenmannschaft in die Landesliga auf.

Im Jahr darauf tauchte eine weitere Legende beim BVB auf. Wilfried Micke kam aus der Jugend als damals 16-jähriger zusammen mit Albert Bürhaus in die erste Mannschaft. Micke gilt als einer der erfolgreichsten Spieler des BVB. Aus sportlichen Gründen wechselte er nach drei Aufstiegen in Folge (bis zur damals höchsten Spielklasse, der Oberliga) nach Düsseldorf und wurde dort mehrmals Deutscher Meister. Micke blieb dem BVB als Mitglied aber immer treu und wurde auf einer der letzten Jahreshauptversammlungen von Präsident Dr. Reinhard Rauball für 60 Jahre Vereinszugehörigkeit geehrt.

Nach der Einführung der Bundesliga im Jahre 1966 gelang es dem BVB, das Niveau Oberliga über Jahre zu halten. Bis 1989 sorgten zahlreiche "Legenden" für eine erfolgreiche Zeit beim BVB. Hier einige Namen, die diese Ära von 1966 bis teilweise auch heute noch prägten: die schon erwähnten Büttig, Micke, Möllmann und Bürhaus, hinzu kommen Spieler wie Friedrich Niewind, Helmut Dost, Werner Roski, Joachim Jäkel, Uwe Witte, Andreas Backhaus, Udo Lautenschläger, Uwe Dahlmann, Peter Felgenhauer, Andreas Kober, Helmut Sonntag... Und alle, die in irgendeiner Weise an den erfolgreichen Jahren beteiligt waren.

Im Jahre 1989 gelang dann der Aufstieg in die Regionalliga. In den ersten Jahren kämpfte man meist gegen den Abstieg. 1993 sorgte Karl-Heinz Büttig dann aber mit der Verpflichtung des damals 23- jährigen Chinesen Qi Wencheng für den Durchbruch. Mit Wencheng ging es nur ein Jahr später in die zweite Bundesliga. Dort spielen sie auch heute noch. Qi Wencheng, mittlerweile 48 Jahre alt, ist immer noch das Aushängeschild des Teams.

Fünf weitere Teams sind derzeit am Start
Karl-Heinz Büttig war mit Sicherheit die prägende Figur der Tischtennisabteilung. Er hat Tischtennis in Dortmund zu einer Topadresse gemacht. Unter seinem Nachfolger Bernd Möllmann kamen dann die größten Erfolge der Abteilung. Im Jahre 2002 feierte man mit dem Gewinn der Meisterschaft in der zweiten Bundesliga den bisher größten Erfolg der Vereinsgeschichte. Aus logistischen Gründen musste man aber auf den Aufstieg in die Bundesliga verzichten.

Es vergingen viele Jahre in der 2.Bundesliga Nord, wo man stets erfolgreich mitspielte. In der Saison 2009/2010 gelang die letzte Meisterschaft rund um die Spitzenspieler Wencheng Qi und Evgeny Fadeev. Auch hier konnte der Aufstieg nicht realisiert werden, dieses mal aber auf Grund mangelnder finanzieller Ressourcen, die sogar zeitweilig den Verbleib in der 2. Bundesliga bedrohten. Der nun eingeläutete Sparkurs mit einer Kurskorrektur zahlte sich jedoch aus und die Tischtennis Abteilung konnte über Jahre hinaus die Klasse bis zum heutigen Tage halten. In der Saison 2017/2018 konnte das Team um Bence Majoros und Adam Szudi einen hervorragenden 3. Platz vorweisen. 

Weitere Erfolge konnte in der Zeit seit der Saison 2014/2015 die Senioren Mannschaft der Ü40 Herren der Tischtennisabteilung erzielen. In dieser Zeit (bis heute) konnte das Team 2 Deutsche Mannschaftsmeisterschaften und zwei Vizemeisterschaften einfahren, dank der langjährigen Vereinstreue von Wencheng Qi und Evgenij Fadeev.

Neben der Zweitligamannschaft gehen in dieser Saison noch fünf weitere Herrenmannschaften an den Start (Oberliga, Landesliga, Kreisliga und 2. Kreisklasse). Der 2. Kreisklassen Mannschaft gelang der direkte Auftstieg. Die 4. Herren und 5. Herren Mannschaft spielen aktuell in der Kreisliga.

Gleich 5x pro Woche stehen den Spielern acht Tische zum Training zur Verfügung. Die Halle ist fast immer voll. Für talentierte Nachwuchsspieler stehen dem Jugendwart mit Qi Wencheng und Evgeny Fadeev (beide aus dem Zweitligateam) für professionelles Training zur Verfügung. Aber auch für diejenigen, die einfach nur Tischtennis spielen möchten ist Platz beim BVB. Einfach im Internet unter bvb.tischtennis.de gucken, wann und wie Gelegenheit ist. Die Brügmann Halle steht der Tischtennis Abteilung an 5 Tagen pro Woche zur Verfügung.